 ##  [Sammlungsgröße](/de/node/72090) 

 Definition

Die Gesamtanzahl bibliographischer Einheiten, Datensätze, Titel oder physischer Einheiten, die eine Institution oder Sammlung zu einem bestimmten Zeitpunkt hält, nach einer explizit angegebenen Zählregel (z. B. Anzahl bibliographischer Datensätze, physische Bände, Titel oder lizenzierte elektronische Ressourcen).

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Sammlungsgröße ist eine Inventar‑Kenngröße, die als Nenner oder Kapazitätsindikator für andere Messgrößen (Nutzungsraten, Platzplanung, Budgetierung) dient; ihre Bedeutung ergibt sich aus der jeweils angewandten Zählkonvention.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Beispiel: Situation — Eine Universität weist in ihrem Jahresbericht eine Sammlungsgröße von 1.200.000 „Objekten“ aus. Erkennen — Der Bericht erläutert, dass die Zahl bibliographische Datensätze einschließlich Zeitschriftentitel zählt, lizenzierte Paket‑Titel jedoch ausschließt. Handeln — Die Verwaltung nutzt diese Konvention zur Berechnung der Ausgaben pro Objekt und zum Jahresvergleich. Folge — Entscheidungen zu Personal, Lagerung und Lizenzverhandlungen orientieren sich an der gewählten Inventardefinition.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Rohzahlen der Sammlungsgröße zwischen Einrichtungen zu vergleichen, ohne die Zählregeln anzugleichen (Datensätze vs Bände vs lizenzierte Titel), oder anzunehmen, eine größere Sammlung bedeute automatisch breiteren Zugang oder höhere Servicequalität, führt zu falschen Schlussfolgerungen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Die unkritische Verwendung der Sammlungsgröße als Beleg für Vollständigkeit kann Finanzierung, Berichtswesen und strategische Prioritäten verzerren, weil damit Vergleichskennzahlen verändert und Unterschiede in Zugang oder Relevanz überdeckt werden.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Wenn das Ziel die Messung zugänglicher Inhalte für Nutzer ist, kann die Zählung lizenzierter, nicht auffindbarer oder eingeschränkter Objekte als gleichwertig zu physischen verfügbaren Bänden irreführend sein; kleine, spezialisierte Sammlungen können dennoch einen überproportionalen Nutzwert haben.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb: eine explizite Zählung von Objekten nach einer festgelegten Regel (z. B. Anzahl physischer Bände im Regal). Grenzfall: aggregierte Summen, die unterschiedliche Objekttypen vermischen (Bände + elektronische Titel), sofern nicht aufgeschlüsselt. Eindeutig außerhalb: qualitative Angaben zur Abdeckung (Breite, Tiefe), die keine numerische Zählung sind.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Größe ↔ Qualität/Zugang: die rohe Menge steht in Spannung zu maßen der Relevanz, Auffindbarkeit und des Zugangs bei der Bewertung der Angemessenheit einer Sammlung.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Die Sammlungsgröße ist ein grundlegender Inventarbegriff; ihre interpretative Aussagekraft beruht auf transparenten Zählregeln und sie beschreibt Besitz, nicht zwangsläufig Zugang oder Serviceleistung.