Definition
Die Anzahl der Ausleihen von Bestandsstücken während eines definierten Zeitraums, ausgedrückt relativ zur Sammlung (z. B. pro Stück, pro Titel oder pro Jahr); üblich ist die Berechnung als Gesamtzahl der Ausleihvorgänge im Zeitraum geteilt durch die Anzahl der ausleihbaren Exemplare im gleichen Zeitraum.

Prinzip

Prinzip
Die Ausleihfrequenz misst die Nutzungsintensität pro Exemplar: bei konsistenter Berechnung zeigt sie, wie stark der ausleihbare Bestand genutzt wird und dient als Entscheidungsgrundlage für Erhalt, Erwerb und Umlagerung.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Beispiel: Situation — Eine Stadtbibliothek verzeichnet 24.000 Ausleihvorgänge innerhalb eines Jahres und hat durchschnittlich 12.000 ausleihbare Exemplare. Erkennen — Die Ausleihfrequenz beträgt 2,0 Ausleihen pro Exemplar pro Jahr. Handeln — Die Fachbereiche vergleichen die Werte und identifizieren wenig genutzte Bestandsbereiche zur Überprüfung sowie stark nachgefragte Titel für zusätzliche Exemplare. Folge — Erwerbungs‑ und Aussonderungsprioritäten werden angepasst.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Ausleihfrequenz als direkten Maßstab für den intrinsischen Wert zu deuten (z. B. bei niedrigen Werten automatisch wissenschaftlichen Wert abzusprechen) oder den Nenner nicht einheitlich zu definieren (Titel, Exemplare, bibliographische Datensätze verwechslend) führt zu irreführenden Vergleichen.

Konsequenz

Konsequenz
Als Planungskennzahl beeinflusst sie kausal Entscheidungen zu Erwerbungen, Aussonderungen, Fernleihen und Regalplatzverteilung; Fehlinterpretationen können zu unangemessener Aussortierung oder unnötiger Verdopplung führen.

Umkehrung

Umkehrung
In spezialisierten, historischen, Referenz‑ oder kursgebundenen Beständen bedeutet geringe Ausleihfrequenz nicht automatisch Aussortierung; hohe Werte können kurzfristige Kursbedarfe widerspiegeln statt langfristigen Wert.

Abgrenzung

Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: Ausleihen physischer, ausleihbarer Exemplare oder verwalteter ausleihbarer elektronischer Titel. Grenzfall: Kursreserven, die je nach Zählweise kurze, zahlreiche Ausleihen stark gewichten. Eindeutig außerhalb: Vor-Ort‑Nutzungen ohne formale Ausleihtransaktion.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Ausleihfrequenz ↔ Sammlungswert: das Maß erfasst Nutzung, steht aber in Spannung zu qualitativen Bewertungen von Bedeutung, Seltenheit oder Erhaltungswürdigkeit.

Synthese

Synthese
Die Ausleihfrequenz ist ein Indikator für Nutzungsintensität; ihre Aussagekraft hängt von einer klaren Methodik und vom Kontext der Sammlung ab.