Definition
Der Anteil der Zeit, in der angefragte oder katalogisierte physische Objekte zum Zeitpunkt der Suche durch Nutzer physisch im Regal vorhanden und zugänglich sind, gemessen anhand einer expliziten Definition von „im Regal“ (z. B. im öffentlichen Bestand, nicht ausgeliehen, nicht als vermisst gemeldet und nicht im Auslagerungslager).
Prinzip
Prinzip
Die Verfügbarkeit im Regal misst unmittelbaren physischen Zugang: höhere Raten verringern Fehlsuchen, Vormerkungen und Fernleihanfragen, die entstehen, wenn Titel zum Bedarfspunkt nicht vorhanden sind.
Demonstration
Demonstration
Illustratives Beispiel: Situation — Ein Nutzer sucht einen im Katalog als verfügbar ausgewiesenen Titel. Erkennen — Mitarbeitende prüfen, dass das Exemplar nicht ausgeliehen ist, finden es aber nicht im Regal (als „vermisst“ vermerkt). Handeln — Die Verfügbarkeit im Regal für diesen Titel ist im Moment der Anfrage null, was zu einer Vormerkung oder einer Fernleihanfrage führen kann. Folge — Die Wartezeit des Nutzers steigt und der Arbeitsaufwand für Recherche und Rückrufe nimmt zu.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die katalogische Verfügbarkeit mit Regalpräsenz gleichzusetzen (anzunehmen, ein Eintrag „verfügbar“ bedeute physische Präsenz) oder Auslagerungsbestände bzw. Nicht‑öffentliche Sammlungen als ‚im Regal‘ zu zählen, verfälscht die Aussage über unmittelbare Zugänglichkeit.
Konsequenz
Konsequenz
Niedrige Regalverfügbarkeit führt kausal zu längeren Suchzeiten, Nutzerunzufriedenheit und verstärktem Rückgriff auf alternative Beschaffungswege (Vormerkung, Fernleihe, Zukauf); ihre Verbesserung erfordert meist Prozesssteuerungen (Sortier‑ und Wieder-Einsortierprozesse, Inventur) eher als reines Wachstum des Bestandes.
Umkehrung
Umkehrung
In Kontexten, in denen Objekte aus konservatorischen Gründen ausgelagert oder mediierter Zugang Standard ist (Sondersammlungen), ist niedrige Regalverfügbarkeit politikkonform und kein Serviceversagen. Digitale Bestände verändern die Messung: Sofortiger Online‑Zugang ist kein ‚Regalereignis‘, kann aber denselben Nutzerbedarf decken.
Abgrenzung
Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: physische Objekte, die zum Zeitpunkt der Anfrage als verfügbar und zugänglich im öffentlichen Regal stehen. Grenzfall: Objekte in schnell abrufbarem Auslagerungslager, deren Einordnung von der institutionellen Definition abhängt. Eindeutig außerhalb: elektronische Bestände, entliehene Exemplare oder als vermisst gekennzeichnete Titel.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Unmittelbarkeit des Zugangs ↔ Bewahrung: die Maximierung der Regalpräsenz zur Verbesserung des Zugangs kann im Widerspruch zu konservatorischen Maßnahmen stehen, die Auslagerung oder kontrollierten Zugang vorschreiben.
Synthese
Synthese
Verfügbarkeit im Regal ist ein Momentbild unmittelbaren physischen Zugangs; sie erlangt betriebliche Relevanz nur, wenn die institutionelle Definition von ‚im Regal‘ und akzeptable Lieferfristen explizit festgelegt sind.