Definition
Der Prozess der Konvertierung digitaler Objekte von veralteten, gefährdeten oder nicht nachhaltigen Dateiformaten in aktuelle, gut dokumentierte Formate (oder Repräsentationen), mit dem Ziel, langfristigen Zugang und Nutzbarkeit zu erhalten und gleichzeitig alle während der Konversion vorgenommenen Änderungen an Inhalt, Struktur oder Metadaten zu dokumentieren.

Prinzip

Prinzip
Migration tauscht Darstellungs‑Fidelity und Authentizität sowie das Risiko der Obsoleszenz gegen Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit ein; jede Migration sollte validierte Verfahren befolgen, technische und semantische Änderungen dokumentieren und eine Qualitätssicherung einschließen, um Datenverlust oder Funktionsverschlechterung zu erkennen.

Demonstration

Demonstration
Illustratives Szenario: Ein Repositorium identifiziert eine Reihe legacy‑audiovisueller Dateien in einem nicht unterstützten Codec. Das Preservation‑Team transkodiert die Dateien in ein langfristiges Archivformat, sichert die originalen Bitströme und Metadaten, verifiziert Prüfsummen vor und nach der Konversion und dokumentiert verlustbehaftete Transformationen sowie Wiedergabeunterschiede für künftige Nutzer.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Massenhafte Formatkonversionen ohne Formatprofiling, Validierung oder Erhaltungs‑Metadaten durchzuführen und dann die Originale zu löschen. Diese Fehlanwendung ist aus Effizienzgründen plausibel; semantisch behandelt sie Konversion als neutral und übersieht, dass Transformationen Inhalts‑Fidelity, Metadatenverknüpfungen oder eingebettete Funktionen (Skripte, interaktive Elemente) beeinträchtigen können.

Konsequenz

Konsequenz
Richtig durchgeführt sichert Migration den Zugang zu digitalen Inhalten über technologische Veränderungen hinweg und vermindert das Risiko der Formatobsoleszenz. Fehlanwendung kann Informationen unwiederbringlich verändern oder vernichten, Provenienzketten unterbrechen und spätere kostspielige Wiederherstellungsaufgaben erforderlich machen.

Umkehrung

Umkehrung
Wenn die Bewahrung des ursprünglichen Verhaltens oder bit‑level Authentizität essentiell ist (z. B. digitale Forensik, gerichtliche Beweismittel oder interaktive Werke), sind Emulation, Virtualisierung oder bit‑level Erhaltung der Konversion vorzuziehen; manche Formate lassen sich nicht verlustfrei migrieren.

Abgrenzung

Abgrenzung
Klar innerhalb: geplante Erhaltungsmigration gefährdeter Dateiformate in dokumentierte Archivformate mit QA und Dokumentation. Randfall: On‑the‑fly‑Konversionen zur Interoperabilität (transitorische Formatänderungen zur Zugänglichmachung), die möglicherweise nicht in Erhaltungsmetadaten erfasst werden. Klar außerhalb: einfache einmalige Nutzerkonversionen, die ausschließlich der unmittelbaren Interoperabilität dienen und nicht der Erhaltung oder Dokumentation.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Fidelity und Authentizität (Erhalt der Originalrepräsentation) versus Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit (Nutzbarmachung auf aktuellen Plattformen); Minimierung von Informationsverlust kann mit dem Ziel langfristiger Nutzbarkeit zu vertretbaren Kosten kollidieren.

Synthese

Synthese
Formatmigration ist eine risikomanagementorientierte Maßnahme, die Fidelity, Dokumentation und Kosten abwägt: Sie sichert Zugang durch Repräsentations‑Transformation, erfordert aber verfahrensmäßige Kontrollen, Provenanzerfassung und Urteilsbildung über akzeptable Änderungen.