Definition
Eine Beeinträchtigung beim Mehrfachzugriff, bei der ein Sender, der dem Empfänger (oder Basisstation) nahe ist, eine viel höhere empfangene Leistung erzeugt als entfernte Sender auf derselben gemeinsamen Ressource, sodass das stärkere Signal die schwächeren überlagert und deren korrekte Erkennung/Decodierung verhindert.
Prinzip
Prinzip
Eine Ungleichheit der empfangenen Leistungen auf einem geteilten Kanal reduziert das SINR der entfernten Nutzer; ohne Leistungsregelung, Scheduling, Orthogonalisierung oder Interferenzunterdrückung dominieren die stärksten Signale und können schwächere Nutzer unterdrücken.
Demonstration
Demonstration
Illustrierendes Szenario → Im Uplink zu einer Basisstation mit gemeinsamer Kodierung oder Zufallszugriff ist Mobile A 10 m, Mobile B 500 m entfernt. As Signal trifft mit deutlich höherer Leistung ein, die Basisstation decodiert A, während Bs Paket wegen unzureichendem SINR verloren geht, obwohl die Übertragung korrekt war.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Das Near‑Far‑Problem allein mit physischer Nähe oder mit versteckten Sendern gleichzusetzen. Der semantische Fehler ist, Pfadverlust, Fading und Leistungsregelung zu ignorieren: ‚nah‘ bedeutet hier Leistungsdominanz beim Empfang, nicht nur geographische Distanz.
Konsequenz
Konsequenz
Ungerechter Zugang, verringerter aggregierter Durchsatz für entfernte Nutzer, mehr Retransmissions und höhere Latenz für schwache Nutzer; praktikable Maßnahmen sind Closed‑Loop‑Leistungsregelung, Scheduling, Spread‑Spectrum‑Leistungsangleichung oder SIC.
Umkehrung
Umkehrung
Systeme mit orthogonaler Ressourcenvergabe (FDMA/TDMA), effektiver Leistungsregelung zur Angleichung empfangener Leistungen oder Empfänger mit SIC können den Near‑Far‑Effekt weitgehend beseitigen; bei unkontrolliertem Zufallszugriff oder schlecht abgestimmter Leistungsregelung besteht das Problem weiter.
Abgrenzung
Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: CDMA‑Uplink oder unkoordiniertes Shared‑Uplink ohne effektive Leistungsregelung, in dem eine Sender‑Leistung dominiert. Randfall: partielle Leistungsregelung, die die Unterschiede reduziert, aber nicht ausgleicht. Eindeutig außerhalb: vollständig orthogonalisierte Verbindungen oder zentral terminierte Leistungszuweisung mit vergleichbaren empfangenen Leistungen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Fairness ↔ Effizienz — starke Maßnahmen zur Fairness können den sofortigen Datendurchsatz senken oder Steuer‑Overhead erhöhen; Leistungsspitzen zuzulassen erhöht den Durchsatz für nahe Nutzer zulasten entfernter.
Synthese
Synthese
Das Near‑Far‑Problem resultiert aus empfangener Leistungsasymmetrie auf einem geteilten Medium; Abhilfe schafft die Steuerung oder Nutzung dieser Leistungsbeziehungen (Regelung, Scheduling, Orthogonalisierung, fortgeschrittene Empfänger), nicht allein physische Neuplatzierung.