Definition
Ein disziplinierter Prozess zur Festlegung von Prioritäten, Richtlinien und umsetzbaren Strategien (einschließlich Ressourcenverteilung, Risikoanalyse, Formatmanagement und Verantwortlichkeiten), der darauf abzielt, den fortlaufenden Zugang und die Authentizität physischer und digitaler Bestände über einen definierten langfristigen Zeitraum zu sichern.
Prinzip
Prinzip
Erfolgreiche Erhaltungsplanung übersetzt festgelegte Sammlungswerte und bewertete Risiken in priorisierte, realisierbare Maßnahmen, sodass begrenzte Ressourcen die gravierendsten Risiken für langfristigen Zugriff und Authentizität reduzieren.
Demonstration
Demonstration
Illustratives Szenario → Eine Universitätsbibliothek inventarisiert ihre Bestände, identifiziert risikobehaftete Dateiformate und degradierte analoge Medien, bewertet Wert und Risiko, führt Migrations‑ und Speicherstandards ein, benennt Zuständigkeiten und Budget für periodische Überprüfungen → Konsequenz: prioritäre Objekte werden rechtzeitig migriert und klimatisch geschützt, wodurch irreversible Verluste unwahrscheinlicher werden.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die Auffassung, Erhaltungsplanung sei ein einmaliges technisches Projekt (z. B. eine einmalige großangelegte Digitalisierung ohne Richtlinien zur Formatmigration, Validierung oder zur dauerhaften Finanzierung) verwechselt ein fortlaufendes Governance‑Verfahren mit einer isolierten technischen Maßnahme.
Konsequenz
Konsequenz
Ein klarer Erhaltungsplan leitet Beschaffung, Personalplanung und technische Entscheidungen; er verringert ungeplante Verluste und unterstützt konsistente Entscheidungen, erzeugt jedoch auch dauerhafte Verpflichtungen und Kosten.
Umkehrung
Umkehrung
Wenn das Sammlungsziel ausdrücklich kurzfristig oder flüchtig ist (z. B. zeitlich begrenzte Outreach‑Materialien) oder rechtliche/Datenschutz‑Beschränkungen die Aufbewahrung verbieten, ist eine langfristige Erhaltungsplanung möglicherweise unnötig oder muss eingeschränkt werden.
Abgrenzung
Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: ein dokumentierter institutioneller Plan, der Formatmigration, Metadatenpraxis und Verantwortlichkeiten für ein historisches Archiv vorschreibt. Randfall: eine dringende Bergungsmaßnahme für ein wasserbeschädigtes Einzelstück, bei der ein sofortiges Triageverfahren der Planung vorangeht. Eindeutig außerhalb: eine routinemäßige Erwerbungspolitik, die keine langfristigen Zugangs‑ oder Formatstrategien behandelt.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Bewahrung ↔ Zugang: Maßnahmen zur Sicherung langfristiger Authentizität (eingeschränkte Handhabung, Archivformate) können der unmittelbaren Nutzbarkeit und Auffindbarkeit entgegenstehen; Planung muss diese Wünsche abwägen.
Synthese
Synthese
Erhaltungsplanung ist ein wertbasierter Entscheidungsrahmen, der Sammlungsprioritäten und Risikoabschätzungen mit wiederholbaren operativen Entscheidungen verknüpft; sie ist Governance plus Fahrplan, nicht nur Technik.