Definition
Eine gebündelte Folge von Übertragungsfehlern, die ein kurzes zusammenhängendes Intervall des empfangenen Symbol‑ oder Bitstroms einnimmt, sodass Fehler temporal korreliert statt unabhängig sind; typischerweise verursacht durch kurzzeitige Kanalstörungen, Interferenzbursts oder Synchronisationsverluste.
Prinzip
Prinzip
Temporale Korrelation von Kanalstörungen erhöht die bedingte Wahrscheinlichkeit benachbarter Symbolfehler; fehlerkorrigierende Verfahren, die unabhängige Fehler annehmen, verlieren daher an Wirksamkeit gegenüber Bursts, sofern nicht durch Interleaving oder burstfähige Codes abgefangen.
Demonstration
Demonstration
Illustratives Szenario: Ein Funkpaket trifft ein kurzes tiefes Fading, das zehn aufeinanderfolgende Symbolintervalle andauert. Erkennung: eine Reihe aufeinanderfolgender fehlerhafter Symbole wird beobachtet. Aktion: die Link‑Layer‑Retransmission oder ein Interleaver plus Außenkodierer stellt das Paket wieder her. Folge: ohne Burst‑Schutz führt ein einziges Fading zum Blockausfall; mit Interleaving oder Burst‑Codes werden Fehler verteilt und korrigiert.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Ein Fehlerschutzschema zu entwerfen, das unabhängige, identisch verteilte Bitfehler annimmt, obwohl der Kanal Bursts erzeugt, ist ein semantischer Fehler: die Blockfehlerwahrscheinlichkeit wird unterschätzt, weil die zeitliche Korrelation ignoriert wird.
Konsequenz
Konsequenz
Burst‑Fehler verringern die Wirksamkeit für zufällige Fehler optimierter Codes, erhöhen die Paketverlustwahrscheinlichkeit und erfordern üblicherweise Interleaving, konvolutionelle/Trellis‑Codes mit entsprechendem Deinterleaving, Reed‑Solomon‑ oder andere Burst‑korrigierende Codes sowie Retransmissionsstrategien.
Umkehrung
Umkehrung
Wenn Interleaving oder Segmentierung auf höherer Schicht einen Burst über mehrere Codewörter verteilt, kann das beobachtete Fehlerbild zufällig erscheinen und zufallsfehlerorientierte Codes werden wieder wirksam; sehr lange oder häufige Bursts können jedoch die Interleaving‑Tiefe und Korrekturfähigkeit überfordern.
Abgrenzung
Abgrenzung
Klar innerhalb: zusammenhängende Fehlerfolge, deren Länge im Verhältnis zum Codewort oder zur Interleaving‑Tiefe signifikant ist. Randfall: kurze Cluster nahe an der Codekapazität, deren Wiederherstellung von der Implementierung abhängt. Klar außerhalb: isolierte, unabhängige Fehler über die Zeit verteilt.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Latenz und Puffergröße (für Interleaving zur Burst‑Abmilderung) versus Robustheit: tieferes Interleaving reduziert Burst‑Effekt, erhöht aber End‑to‑End‑Latenz und Speicherbedarf.
Synthese
Synthese
Burst‑Fehler sind ein Phänomen zeitlicher Korrelation, das unabhängige Fehlerannahmen außer Kraft setzt und die Fehlerkontrolldesigns in Richtung zeitlicher Abhilfemaßnahmen (Interleaving, Burst‑Codes) oder Protokollstrategien (Retransmission) verschiebt.