Definition
Eine Beziehung zwischen zwei Dokumenten, die entsteht, wenn ein oder mehrere spätere Dokumente beide zitieren; sie dient als symmetrischer, retrospektiver Indikator wahrgenommener thematischer Verwandtschaft innerhalb der zitierenden Literatur.
Prinzip
Prinzip
Die Häufigkeit, mit der zwei Werke von nachfolgenden Arbeiten gemeinsam zitiert werden, korreliert mit der Wahrnehmung ihrer Verwandtschaft durch die zitierende Gemeinschaft; die Stärke der Kozitation wächst mit der Akkumulation zitierender Dokumente über die Zeit.
Demonstration
Demonstration
Illustratives Szenario: Die Papers X und Y werden beide von späteren Papers A, B und C zitiert; eine bibliometrische Analyse nutzt die Anzahl verschiedener zitierender Dokumente, die sowohl X als auch Y referenzieren, um X und Y zu clustern.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Kozitation als Beweis für inhärente Ähnlichkeit unabhängig vom zitierenden Korpus oder der Zeit zu interpretieren — der Fehler ist, zu ignorieren, dass Kozitation ein gemeinschaftlich erzeugtes, zeitabhängiges Signal ist und Zitierpraktiken oder disziplinäre Verzerrungen widerspiegeln kann.
Konsequenz
Konsequenz
Kozitationsanalysen unterstützen die Kartierung wissenschaftlicher Felder, die Identifikation von Forschungsschwerpunkten und Clustern; da sie retrospektiv sind, bevorzugen sie ältere, bereits zitierte Werke und können aktuelle Arbeiten unterrepräsentieren.
Umkehrung
Umkehrung
Bei neu veröffentlichten Arbeiten oder in Feldern mit geringer Zitierdichte ist die Kozitation schwach oder nicht existent, obwohl thematische Ähnlichkeit vorliegen kann; disziplinäre Normen und Datensatzabdeckung können erwartete Kozitationsmuster umkehren.
Abgrenzung
Abgrenzung
Eindeutig innerhalb: zwei frühere Artikel, die von einer Menge späterer Artikel gemeinsam zitiert werden. Randfall: Teilweise Überlappung, bei der nur eine kleine oder spezialisierte Teilmenge späterer Arbeiten beide zitiert. Eindeutig außerhalb: zwei Werke mit thematischer Ähnlichkeit, die jedoch nie gemeinsam zitiert wurden.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Stabilität (aggregiertes Gemeinschaftssignal) versus Aktualität (Anpassung an neue Entwicklungen); Kozitation begünstigt ersteres zulasten letzterem.
Synthese
Synthese
Kozitation bildet die retrospektive Assoziation einer Gemeinschaft zwischen früheren Arbeiten ab, wie sie in späteren Zitaten sichtbar wird; sie ist mächtig zur historischen Feldkartierung, verlangt aber Sensibilität gegenüber zeitlichen und disziplinären Verzerrungen.